Wie süß sie ist

Ein Ausschnitt aus „Lebe im Augenblick! Verwandeln statt verändern – Die Erfahrung der Unmittelbaren Transfomation

Wie süß sie ist

Ein Ausschnitt aus „Lebe im Augenblick! Verwandeln statt verändern – Die Erfahrung der Unmittelbaren Transfomation” Von Ariel & Shya Kane

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Es gibt eine alte Geschichte von einem Mann, der durch den Dschungel wanderte. Als er etwas in seiner Nähe spürte, blickte er über seine Schulter zurück und sah einen Tiger, der durch das Blätterwerk schlich und ihn verfolgte. Der Mann beschleunigte seinen Schritt und folgte dem Weg, auf dem er sich befand, bis er eine steil abfallende Felswand erreichte. Als er sich wieder umblickte, sah er, dass der Tiger immer noch da war und näher kam. Als er so dicht am Rande des Abhangs stand, dass seine Zehenspitzen schon über die Felskante hinausragten, bemerkte er, dass; eine Kletterpflanze entlang der Felswand nach unten wuchs; um dem Tiger zu entkommen, schwang er sich an die Ranke. Der Tiger verfehlte nur knapp, sich den Mann bei seinem Abstieg zu schnappen. Als dieser anfing, sich seinen Weg an der Felswand nach unten zu bahnen, schaute er hinunter in die Tiefe und erblickte dort einen weiteren Tiger – den Gefährten des anderen, der sich oben befand. Die beiden Tiger ließen sich nieder und warteten. Als er dort hing, sah der Mann, dass zwei Mäuse, eine weiße und eine schwarze, damit begonnen hatten, oberhalb seines Kopfes an der Kletterpflanze zu nagen. Es war nur eine Sache der Zeit, bevor die Ranke abbrechen würde. Als er zur Seite blickte, bemerkte er eine wildwachsende Erdbeere, die karmesinrot im Sonnenschein schimmerte. Er pflückte sie, steckte sie sich in den Mund und kostete ihren Geschmack – wie süß sie war!

Sich über die Zukunft Sorgen zu machen und die Süße des Augenblicks zu verpassen scheint die Lebensdevise der meisten Menschen zu sein. Natürlich gibt es viele Dinge, um die man sich heute sorgen kann, wenn man daran gewöhnt ist. Auch zu Lebzeiten unserer Eltern, unserer Großeltern und weiter zurück konnte man sich die ganze Zeit hindurch über vieles Sorgen machen. Trotzdem haben sie überlebt. Wir alle sind ein lebender Beweis dafür. Vielleicht sorgen wir uns als Teil der Kultur, in der wir aufgewachsen sind, als Überlebensstrategie, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Hast du jemals aufgehört zu denken, Sorge sei kein wesentlicher Bestandteil unseres Wohlergehens, sondern etwas Zusätzliches, Unnötiges und Unüberprüftes, das wir von unserer Umwelt übernommen haben?

Du kannst den Geschmack der wilden Erdbeeren kosten, die überall um dich herum in deinem Alltagsleben existieren, wenn du hier in diesem gegenwärtigen Augenblick bist, anstatt dich um Dinge zu sorgen, an denen du nicht unmittelbar etwas ändern kannst, so wie der Zustand der Welt, die globale Erwärmung, politische Konflikte, Kriege usw. Solche Dinge existieren zwar, aber das tut in diesem Augenblick auch der Stuhl, auf dem du sitzt, die Luft, die du atmest, und der Boden unter deinen Füßen.

Vielleicht neigst du dazu, dir um mehr persönliche Dinge Sorgen zu machen, so wie deine Finanzen, der Zustand deiner Beziehung oder deine Gesundheit. Nun, wird durch Besorgnis tatsächlich irgendetwas Positives erreicht? Sie ist die Projektion des Geistes von zukünftigen Möglichkeiten und beruht auf dem, was wir erlebt haben oder aus der Vergangenheit kennen.

Im gegenwärtigen Augenblick zu sein ist das großartig wirksame Mittel zur Transformation. Wenn du dich tatsächlich darauf einlässt, ganz hier zu sein, dann muß das Leben sich nicht selbst wiederholen. Bislang unbekannte, nicht wahrgenommene kreative Lösungen können sich selbst präsentieren. Wenn du hier bist, dann bist du auch zugänglich dafür, sie zu erkennen.

Ein Country & Western-Song von Tim McGraw handelt von einem Mann, der entdeckt, dass er eine möglicherweise tödlich verlaufende Krankheit hat. Er macht sich auf den Weg und tut alle Dinge, von denen er immer nur träumte … und viele, die er nicht einmal in Erwägung gezogen hatte: auf einem Stier reiten, angeln gehen, ein treuer Freund sein, mit mehr Wohlwollen reden, sich selbst zugestehen, tiefe Liebe zu empfinden und vergeben zu können.

Größtenteils leben wir unser Leben nicht so, als wäre es unser letzter Tag. Wir tun Dinge, denen wir uns, wenn wir sterben würden, niemals hingäben. Der Trick dabei ist zu entdecken, wie wir dieses Gefühl von Dringlichkeit und Lebendigkeit bewahren können, ohne dass wir von unheilvollen Umständen, wie einem unmittelbar bevorstehenden Tod, bedroht sind. Obwohl der Song Live Like You Were Dying („Lebe so, als würdest du sterben”) nur ein Song ist, steht er dafür, was geschehen kann, wenn du dich auf dein Leben einlässt, ohne etwas zu bevorzugen, ohne auf die Geschichte zu hören, ob du dich danach fühlst oder nicht, etwas zu tun, und ohne zu denken, dass es auf den gegenwärtigen Augenblick nicht ankommt.

Wie, könntest du nun fragen, lässt du dich auf dein Leben ein, so als komme es auf den gegenwärtigen Augenblick an, wenn du in Wahrheit nicht in Verbindung bist mit dieser Erfahrung und in einem Kreislauf von Sorgen gefangen? Nun, du könntest damit anfangen, dein Geschirr zu spülen, dein Bett zu machen, dein Büro aufzuräumen und solche Dinge zu Ende zu bringen, die du unvollendet gelassen hast und die du ignorierst, weil du dich um andere Dinge sorgst. Was wäre denn, wenn Besorgnis nur eine ausgeklügelte Methode wäre, um Dinge auf die lange Bank zu schieben? Hast du jemals in Betracht gezogen, dass du, wenn du wirklich voll und ganz damit beschäftigt bist, Dinge zu erledigen, kaum Zeit oder Interesse dafür hast, dich über dein Leben zu beklagen?

Wenn du also eine Stelle brauchst, um zu beginnen, dann sieh dich um. Jede noch so kleine Unvollkommenheit anzugehen ist ein toller Anfang. Mache dann mit der nächsten Sache weiter. Du könntest mit den Dingen anfangen, die du gern als Erstes angehen möchtest. Finde deinen Rhythmus. Beziehe dann weiterhin das ein, was als Nächstes kommt. Du wirst angenehm überrascht sein, wenn du dich mit den minutiösen Einzelheiten deines Lebens befasst, dass die Antworten, wie die „großen” Dinge zu handhaben sind, auf magische Weise auftauchen.

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