So viel zu tun, so wenig Zeit

So viel zu tun, so wenig Zeit

So viel zu tun, so wenig ZeitVor kurzem erhielten wir einen Telefonanruf von einer unserer Klientinnen. Sie war panisch. Sie bekam einfach nicht alles erledigt. Es gab so viele Termine einzuhalten. Es musste so vieles erledigt werden, doch es war nur so wenig Zeit. Wir unterhielten uns mit ihr und innerhalb von zehn Minuten gab sie dieses Gefühl des Überfordertseins auf und kehrte zu ihrer Arbeit zurück. Am Ende des Tages informierte sie uns, dass sie all die Dinge, von denen sie glaubte, dass sie unmöglich zeitgerecht zu erledigen seien, tadellos geschafft hatte und sogar noch mehr getan hatte, als sie es je zu träumen gewagt hatte. Also dachten wir uns, dass wir mit unseren Lesern die Basisprinzipien und Ideen teilen, die euch darin unterstützen, produktiv und energetisch zu sein, wenn ihr euch gerade „überfordert“ fühlt.

Wenn man betrachtet, wie man in herausfordernden Umständen seine Mitte behält und produktiv bleibt, dann sind unsere drei Prinzipien der Transformation ein perfekter Rahmen, um zu entdecken, wie einfach man diese Aufgaben erledigen kann, mit denen man konfrontiert wird.

Unser erstes Prinzip: Alles, dem du dich widersetzt, wird bestehen bleiben und mehr Zeit in Anspruch nehmen. Wenn also in der vor dir liegenden Aufgabe eine Herausforderung steckt oder ein kreativer Prozess oder wenn du nicht genau weißt, wie es gemacht wird, dann wird der Widerstand gegen diese Aufgabe dafür sorgen, dass du sie nicht erledigt bekommst. Mehr davon später.

Das zweite Prinzip besagt: Zwei Dinge können nicht zur gleichen Zeit den gleichen Raum einnehmen. Wenn du dich also bei dir selbst darüber beschwerst, eine bestimmte Aufgabe oder ein Projekt erfüllen zu müssen, dann kannst du in dem Zeitraum des Sich-Beschwerens nicht gleichzeitig die Aufgabe erledigen. Nochmals: Zwei Dinge können nicht zur gleichen Zeit den gleichen Raum einnehmen und wenn du dich beschwerst, dann ist das es, was du in diesem Zeitrahmen gerade tust.

Wenn man das Leben durch das zweite Prinzip hindurch betrachtet, nämlich das zwei Dinge nicht zur gleichen Zeit den gleichen Raum einnehmen können, wird es offensichtlich, dass man nur in der Lage ist, das zu tun, was man in dem gegebenen Moment eben gerade tut. Deshalb also: Wenn du dich überwältigt/überfordert fühlst, dann tut es dir nichts Gutes, wenn du dir all die Sachen vor Augen führst, die du noch erledigen musst und wie du sie wohl erledigt bekämest. Hilfreich ist dann, sich eine Sache oder eine spezifische Aufgabe herauszusuchen, und diese dann – so gut es dir möglich ist – zu erledigen. Du wirst bemerken, dass du durch das Erledigen dieser einen Aufgabe neue Energie für den nächsten Teil der Aufgabe gewonnen hast.

Das dritte Prinzip lautet: Allem dem du erlaubst so zu sein, wie es gerade ist, wird sich selbst vervollständigen oder wird den Druck von dir nehmen. Anders ausgedrückt: Allem dem du erlaubst zu sein, wird es dir erlauben zu sein. Was hat das mit dem „überfordert sein“ zu tun? Wenn du also ein Stück des Projektes zur Zeit erledigst und dich nicht dem Rest des noch kommenden Projektteiles widersetzt, dann wird dieser noch zu erledigende Teil keinen Druck auf dich ausüben.

Nach unserer Erfahrung ist es ein guter Anfang, mit der Sache zu beginnen, zu der man sich am meisten hingezogen fühlt. Tu die Sachen, die du tun möchtest zuerst. Und wenn du das erledigt hast, dann schau deine Aufgabenliste an und finde den Teil, den du als nächstes erledigen willst und gib die Diskussion mit dir selbst, ob du es nun tun möchtest oder nicht, auf. Die Zeit, die du nämlich mit dieser Diskussion verbringst, isst deine Produktivität auf.

Es geht nicht darum, etwas hinter sich zu bringen. Es geht darum, ganze Arbeit zu leisten. Denn wenn du ganze Arbeit leistest, gewinnst du Energie zurück und fühlst dich so, als ob du etwas erreicht hast. Wenn du nur versuchst, irgendwo anzukommen, z.B. am Ende des Projektes, dann sitzt du nur im ersten Prinzip fest, in dem du dich dem widersetzt, wo du gerade bist. Und allem dem du dich widersetzt, das bleibt bestehen und braucht nur länger. Hier sind einige Tipps, die unsere Kundin sehr hilfreich fand, in dem Prozess alles erledigt zu bekommen: Als erstes trainierten wir sie darauf, die Unterhaltung, ob es denn möglich sei, alles zu erledigen, fallen zu lassen. Sich über den Ausgang des Ganzen Sorgen zu machen, aß nur ihre Zeit und Energie auf. Es ähnelt der Fahrt mit einem Fuß auf dem Gas- und dem anderen Fuß auf dem Bremspedal. Daraus wird keine ruhige Fahrt, der Benzinverbrauch ist grässlich und du verbrennst die Bremsbeläge. Sich Sorgen zu machen ist eigentlich eine Form des Stillstandes oder des Vor-Sich-Her-Schiebens anstatt produktiv zu sein.

Indem sie eine aktuelle Liste der Dinge die zu erledigen waren aufsetzte, nahm sie diese Sachen aus ihrem mentalen Computer heraus, und das gab ihr die Freiheit all ihre Energie auf die Aufgaben vor ihr zu bündeln. Durch die Liste konnte sie sich entspannen, denn sie musste sich keine Sorgen mehr machen, etwas zu vergessen.

Als nächstes musste unsere Klientin ihre Werturteile sich selbst gegenüber, nämlich dass sie das Projekt noch nicht längst abgeschlossen hatte, beiseite schieben. Denn das ist ein weiterer Zeitverschwender. Du kannst dir entweder selbst in den Hintern treten, weil du die Dinge nicht schon vorher erledigt hast, oder du machst dich an die Arbeit. Als sie zu arbeiten begann, arbeitet sie dauerhaft, nicht beurteilend, welchen Teil des Projektes sie gerade erledigte, sondern erledigte einfach eins nach dem anderen. Menschen verschwenden oft viel Zeit damit darüber nachzugrübeln, ob sie gerade das richtige Projekt von der Liste abarbeiten, wenn doch eh alle zu erledigen sind. Sie musste sich selbst vertrauen, dass sie nicht nur die einfachen Teile erledigt und dann eine Paus einlegt. Sie arbeitete mit Beständigkeit, im selbem Rhythmus die kleinen wie die großen Teile erledigend und ging dann zum nächsten über, ohne sich dafür schlecht zu machen, dass sie es ja schon längst hätte erledigen können oder sich selbst für das Erledigen zu gratulieren. Das Ergebnis war, dass der Job viel schneller erledigt war als erwartet, und dass sie sich am Ende des Tages wahrhaft erfüllt und zufrieden fühlte.

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