Prioritäten

von Zoe

Prioritäten

Liebe Freunde,

wir sind in unserer Gemeinschaft mit vielen wunderbaren Menschen gesegnet, die uns während eines “Living Made Easy” Seminars oft Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Häufig werden die Erfahrungen, die sie uns mitteilen, für uns so lebendig, als wären wir dabei gewesen.

In unserem ersten Blog des Jahres 2024 zeigen wir Dir mit Erlaubnis unserer Freundin Zoe und ihrer Mutter einen dieser inspirierenden Momente. Wir hoffen, Du hast Freude damit.

Wir wünschen Dir ein wundervolles neues Jahr.

Herzlichst, Ariel und Shya

Es war noch früh, als mein Telefon klingelte. Es war meine Mutter.

“Ich bin mit der Bestrahlung durch, und ich habe Energie. Lass uns ins Museum gehen – jetzt gleich!”

Meine Mutter kämpfte mit Brustkrebs*, und nach einer Operation hatte sie sich einer Strahlentherapie unterzogen, um alle verbleibenden Krebszellen zu vernichten. Ich weiß nicht, wie es ihr erging, aber für mich war es eine sehr emotionale Zeit gewesen. Meine Mutter war immer so lebendig, doch mit dieser Erfahrung wurde mir klar, dass ich nicht damit rechnen konnte, dass es für immer so sein würde. Ihre Liebe zu mir würde sicherlich immer da sein, aber als bei ihr Krebs diagnostiziert wurde, rückte ihre Sterblichkeit in den Mittelpunkt.
Die Gespräche mit ihr waren zu kostbaren Juwelen geworden und nicht zu unbedeutenden Momenten. Es war so leicht, das Gespräch mit ihr als selbstverständlich und manchmal sogar als Pflicht anzusehen, anstatt es als Privileg zu betrachten.

Als an jenem kalten Wintermorgen das Telefon klingelte und ich mich in meinem warmen, kuschligen Bett herüber drehte, war ich überrascht und leicht beunruhigt, dass es meine Mutter war. Sie rief nicht oft zu so früher Stunde an, aber als ich ihre Aufregung hörte und ihre Dringlichkeit vernahm, sich im Museum treffen zu wollen, antwortete ich sogleich.

“Ja! Lass uns gehen. Ich treffe dich dort.”

Ich warf meinen Mantel über meinen Schlafanzug, schlüpfte in ein Paar Schneestiefel und rief ein Uber. Als ich am Museum ankam, wartete Mom schon auf mich.

15 Minuten nachdem wir losgegangen waren, ließ ihre Energie nach und wir machten Schluss für den Tag. Ich bestellte erneut ein Uber und setzte meine Mutter in ihrer Wohnung ab, um anschließend zu meiner zu fahren. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich wohl etwas seltsam aussah: Mütze, Handschuhe, Mantel und Schneestiefel, und dazwischen lugte meine Pyjamahose hervor. An einem anderen Tag, in einem anderen Leben, wäre mir das vielleicht peinlich gewesen oder ich hätte mich albern gefühlt. Doch an diesem Tag lehnte ich mich zurück und schmunzelte vor mich hin, als mir klar wurde, dass ich meine Prioritäten fest im Griff hatte.

*Wir freuen uns, berichten zu können, dass Zoes Mutter völlig gesundet ist und sie keinen Krebs mehr hat.

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