Läute meine Glocke – Lass mein Glockenspiel erklingen

von Ariel Kane

Läute meine Glocke – Lass mein Glockenspiel erklingen

Ich liebe es, die Wäsche zu machen. Vielleicht war das nicht immer so, aber zumindest seit den letzten zehn, zwanzig Jahren ist es eine meiner Leidenschaften. Tatsache ist, als wir eine Assistentin hatten, die mich bei den „Bürden“ des Haushalts unterstütze, huschte ich oft in den Keller, bevor sie kam, sortierte die Kleider und fing schon mal an, damit ich teilhaben konnte an dem ganzen Spaß.

Ich bin mir nicht sicher, warum ich es in diesem Ausmaß mag, die Wäsche zu erledigen. Vielleicht weil es ein ganz simpel zu lösendes Puzzle ist – welche Farben gehören zusammen, welcher Waschzyklus mit welcher Waschtemperatur. Oder vielleicht ist es ein einfaches messbares Beispiel der Auseinandersetzung mit Entropie, der Bewegung von Chaos zu Ordnung, wenn ich die gefalteten Teile nach oben bringe und verstaue. So wie ich unser Bett mache, damit es zu einer makellosen, einladenden Belohnung wird, zum Ausruhen am Ende des Tages.

Heute habe ich bemerkt, dass mein Spiel, die Freude, die mir das Waschen bereitet, noch ein wenig mehr Spaß macht. Nachdem sie uns fast zwanzig Jahre gedient hatten, hatten unsere Waschmaschine und unser Trockner aufgehört effektiv zu sein. So kauften wir uns irgendwann letztes Jahr ein neues Set, mit allem Schnickschnack, sozusagen allen Flötentönen – bildlich und wörtlich. Ich kann jetzt sture Flecken aus Kleidungsstücken herausdampfen und selbst die Falten herausdampfen, wenn sie trocknen. Aber das sind nicht die Lieblingseigenschaften meines Waschduos. Das beste von allem sind die Glockenspiele.

Bei diesem Waschmaschinen-/Trocknerset habe ich die Option, dass ich am Ende des Waschgangs akustisch benachrichtigt werde. Ich kann aussuchen, ob ich sanft, laut oder gar nicht alarmiert werde. Ich habe den Alarmton auf laut gestellt, und wenn der Waschgang zu Ende ist oder der Trockner stoppt, ertönt das angenehme Gebimmel eines Glockenspiels. Yipee. Jetzt kann ich die Maschine vollladen und innerlich notieren, dass ich zum Beispiel eine Stunde und zwanzig Minuten habe, oder ich habe 34 Minuten usw., um etwas zu erledigen, bevor mein „Timer“ mich alarmiert, dass das Spiel vorbei ist. Welch ein Spaß zu sehen, was ich alles erledigt bekommen kann in diesem Zeitrahmen. Es ist cool, die Glocke zu hören und es nicht als Unterbrechung in meinem Tag zu empfinden, sondern als einen natürlichen Moment um eine Pause einzulegen bei dem, was auch immer ich gerade tue. Und manchmal ist das, was ich gerade mache, eine Pause, und ich lese ein Buch auf meinem Kindle oder schaue mir eine Show im Fernsehen an. Wenn die Zeit um ist, kann ich mich um die Wäsche kümmern und dann wieder zurückgehen zu meiner vorigen Aktivität oder etwas anderes machen. Manchmal habe ich gerade im Büro gearbeitet und mir wird klar, während ich die zwei Treppen zum Keller hinunterrenne, dass die Aufgabe, in der ich gerade mittendrin stecke, ihren Elan verloren hat, und dass es produktiver wäre, sich mit etwas anderem zu befassen.

Eines ist sicher, es wäre mir nie in den Sinn gekommen als wir diese Geräte kauften, dass sie nicht nur signalisieren würden, wenn meine Kleidung sauber ist, sondern sie mir Unterhaltung bieten würden. Mit erlauben würden zu sehen, wenn ich die Dinge, die während meines Tages auftauchen als Störung empfinde oder wenn ich mich nahtlos zwischen meinen Aufgaben hin- und herbewege.

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